Woher bekamen die Schachfiguren ihre Farbe?

Bei jedem, der sich schon einmal etwas näher mit dem Schachspielen beschäftigt hat, stellt sich irgendwann die Frage: Warum sind die Figuren eigentlich Schwarz und Weiß?

Dazu muss erst einmal gesagt werden: Streng genommen sind die meisten Schachfiguren gar nicht schwarz und weiß, sondern werden nur mit diesen Farben bezeichnet. Bei Holzfiguren beispielsweise wird helles und dunkles Holz verwendet und ganz früher zu Zeiten der Entstehung des Schachspiels waren die schwarzen Figuren auch nicht schwarz, sondern rot. Dies lag daran, dass das Material, aus dem die "schwarzen" Figuren gefertigt wurden, natürlicherweise rot war. Ebenso wie die hellen Figuren zum Beispiel aus natürlichem hellem Material wie Elfenbein oder Marmor gefertigt wurden. Angemalt wurden die Figuren damals eher selten.

Jedoch konnten und können die Schachfiguren im Prinzip aus jedem Material gefertigt werden, das sich in Helligkeit oder Farbe unterscheidet. Der Hauptgrund für die Schwarz/Weiß Unterteilung der Figuren ist nämlich, dass dies die beiden Farben sind, die sich am meisten voneinander unterscheiden. Gerade beim Schachspiel, von Blitzschach (einer Schachspielart, bei der man sehr schnell spielt) gar nicht erst zu reden, ist es wichtig, dass die Spieler schnell sehen können, welche Figur ihnen gehört und welche nicht. Deshalb entschied man sich ursprünglich für Schwarz und Weiß, beziehungsweise Rot und Weiß. In Europa erschien übrigens das erste in helle und dunkle Felder aufgeteilte Schachbrett übrigens 1090.

Heutzutage gibt es Schachspiele in allen Farben und Formen. Von einer Trinkspiel-Version mit Schnapsgläsern statt Figuren, bis hin zu Figuren die bekannten Comicfiguren oder realen Persönlichkeiten nachempfunden sind, ist alles dabei. Doch auch hier ist wichtig, dass die Figuren unterschieden werden können. Sei es anhand der Schnapsfarbe oder der Kleidung der Figuren. Wobei sich eins nie ändert: Die hellere Farbe beginnt. Doch warum ist das so? Dies liegt daran, dass sich die roten, beziehungsweise schwarzen Figuren früher (oder auch heute) größerer Beliebtheit erfreut haben. Deshalb durfte derjenige, der weiß nehmen "musste", wenigstens das Spiel eröffnen. Jedoch sagt die Tatsache, wer eröffnet nichts darüber aus, wer gewinnt. Dies ist immer noch von Fähigkeiten wie logischem Denken, technischem Können und je nach Schachart von Schnelligkeit abhängig. Und so bleibt es zwischen den beiden Spielern spannend, bis es schließlich "Schachmatt" heißt. Das Wort "Schachmatt" stammt übrigens von den arabischen Wörtern "Schah Mat" ab, was so viel bedeutet wie "Der König ist tot". Ebenso verhält es sich logischerweise mit dem Namen des Spiels, der übersetzt eben nur so viel wie "König" bedeutet. Deshalb wird Schach auch "das königliche Spiel" genannt und hat sich damals, vor allem unter adeligen, einer hohen Beliebtheit erfreut.

Zusammenfassend kann gesagt werden: So lange die üblichen Formen der Schachfiguren vertreten sind, sprich: König, Dame, Springer usw. und diese Figuren sich in Helligkeit oder Farbe unterscheiden kann damit Schach gespielt werden. Trotzdem wird das klassische Bild eines Schachspiels immer mit schwarzen und weißen Figuren und einem schwarz-weißen Spielbrett sein.