Welche ist die beste Eröffnung im Schach?

Diese Frage ist wahrscheinlich schon so alt wie das Schachspiel selbst. Mittlerweile gibt so viele verschiedene Eröffnungen im Schach, dass man sehr gut versteht, warum jemand, der sie alle kennt und beherrscht, zu Recht ein Großmeister genannt wird. Dabei könnte die Frage ganz einfach beantwortet werden: Die beste Eröffnung ist genau diejenige, mit der man eine Partie gewinnt! Klingt doch einfach und logisch, oder?

Aber Spaß beiseite, es gibt natürlich absolute Klassiker von Zügen in der Spieleröffnung wie die Bauernzüge „e2-e4“ oder „d2-d4“, aber auch „e2-e3“ oder einfach den ersten Springer von „g1-f3“ bzw. „b1-c3“ rauszusetzen, sind Züge, die man immer wieder, gerade in Partien großer Schachspieler, oft sieht. Namentlich sollte sich der angehende Schachspieler auf jeden Fall mit der italienischen, sizilianischen, französischen, spanischen und slawischen Eröffnung bzw. Verteidigung auseinandersetzen. Denn eins sollte jedem Schachspieler bewusst sein: Man kann seinem Gegner niemals eine bestimmte Eröffnung aufzwingen.

Um eine Eröffnung eindeutig einer ihrer Varianten zuordnen zu können, bedarf es durchschnittlich etwa fünf bis zehn Züge beider Spieler, also zehn bis 20 Halbzüge, nur genau die hängen natürlich davon ab, wie der Gegner auf die ersten Züge reagiert. Deshalb ist es unbedingt wichtig, ein paar Grundregeln für die Eröffnung zu berücksichtigen.

1. Die Figuren entwickeln

Unter dem Entwickeln von Figuren versteht man üblicherweise ihr geschicktes Positionieren auf dem Spielfeld. Während Springer über die Bauern springen können, muss den Läufern zunächst Platz gemacht werden. Also üblicherweise die Bauern zuerst (auch zur Absicherung) und dann die mittleren Figuren (Läufer und Springer) hinterher.

2. Jede Figur nur einmal bewegen

Sofern möglich, sollte man gerade in der Anfangsphase, bei der Entwicklung der eigenen Stellung, dieselbe Figur nur einmal bewegen. Gerade das Hin- und Hersetzen angegriffener Figuren ist Zeitverschwendung und schadet dem Spielaufbau.

3. Versuchen, das Zentrum zu kontrollieren

Als Zentrum bezeichnet man die vier Felder d4, d5, e4 und e5. Das Zentrum ist deshalb so wichtig, weil die meisten Figuren von dort aus die meiste Kontrolle über alle anderen Felder haben, also an Wertigkeit und Stärke gewinnen.

4. Die Dame nicht zu früh ins Spiel bringen

Die Dame ist neben dem König die mit Abstand stärkste und wichtigste Figur auf dem Schachbrett, darum ist sie aber auch beliebtes Ziel von Angriffen und extrem gefährdet, sofern sie nicht entsprechend abgesichert ist.

5. Nicht zu viele Bauernzüge

Die Bauern sind zu Beginn der Partie eher schwache Figuren und sollten nicht zu viel bewegt werden, noch weniger derselbe Bauer zweimal. Eine gute Bauernstruktur ist sehr wichtig, aber zu Beginn hat das Entwickeln der mittleren Figuren (siehe Punkt 1) Vorrang.

6. Den König sichern

Allgemein wird gesagt, bis zum zehnten Zug sollte man rochieren, um den König in einer Spielfeldecke zu sichern und die Türme zu verbinden. Wenn es der elfte oder zwölfte Zug wird, ist das auch kein Problem, nur daran zu denken ist eben sehr wichtig.

Abschließend bleibt zu erwähnen, dass es die beste Eröffnung wahrscheinlich gar nicht gibt, sondern nur eben mehr oder weniger bekannte, zu denen es mehr dokumentierte Varianten, Taktiken und Strategien gibt. Verrückte Eröffnungen können den Gegner auch derartig verwirren, dass er Fehler macht.