Die längsten Schachspiele in der Geschichte

Eines der längsten Schachspiele fand im Jahr 1980 zwischen Ivan Nikolic und Goran Arsovic statt. Es verlief über 269 Züge und dauerte knapp über 20 Stunden, mit Pausen dazwischen.

Weiß konnte die ersten 80 Züge sehr deutlich dominieren, wurde danach aber von Schwarz wieder eingeholt. Der letzte Bauer wurde im 167. Zug vom Brett genommen und bereitete so das Endspiel in der Konstellation König-Turm und König-Turm-Läufer. Dank seiner hervorragenden Verteidigungsstrategie blieb Arsovic tapfer im Spiel. Mit heutigen Regeln hätte das Spiel nach 217 Zügen sein Ende gefunden, da es zu diesem Zeitpunkt nach der 50-Züge-Regel remis gewesen wäre. Damals galt jedoch noch die 100-Züge-Regel. Zusätzlich spielten Nikolic und Arsovic zwei Züge mehr, bis sie sich letzten Endes auf ein Remis einigen konnten.

Das Schachspiel mit den meisten Zügen wurde 1971 im Rahmen einer offenen finnischen Meisterschaft gespielt. Die Kontrahenten waren Thomas Ristoja und Jan-Michael Nykopp, die ganze 300 Züge und etwa 15 Stunden lang gegeneinander spielten.

Das zeitlich längste Schachspiel hingegen wurde 1990 in Tel Aviv (Israel) gespielt. Die beiden Spieler Yedael Stepal und Yaakov Mashian beendeten das Schachspiel nach 193 Zügen und mehr als 24 Stunden, was bisher kein weiteres Schachspiel mehr toppen konnte.

Das längste Schachspiel mit allen Figuren spielten Reinhard Nuber und Roland Keckeisen im Jahr 1994. Das Spiel dauerte 32 Züge, bis die erste Figur fiel.

Einige interessante Schachspiele gibt es auch im Fernschach. Beim Fernschach wird eine Partie über postalische oder elektronische Hilfsmittel gespielt. In früheren Jahrzehnten wurde hier noch auf Karten und Briefe zurückgegriffen, weshalb zwischen zwei Zügen wenige Tage bis Wochen liegen konnten. Einige Beispiele:

Das Finale der zehnten Fernschach-Olympiade begann im Jahr 1987 und wurde acht Jahre später, also 1995, beendet. Die Bronzemedaille ging dabei an die Mannschaft aus der DDR, obwohl diese wegen der Wiedervereinigung schon längst nicht mehr existierte.

Das längste überlieferte Fernschachspiel dauerte 16 Jahre. Das Spiel wurde zwischen den gleichnamigen Spielern K. Brenzinger aus Pforzheim und F. E. Brenzinger aus New York in den Jahren 1859 bis 1875 ausgefochten. Das Schachspiel endete nach 50 Zügen mit Schwarz als Sieger. Umgerechnet wurde im Durchschnitt also alle 117 Tage ein neuer Zug gespielt.

Laut dem Guinness-Buch der Rekorde aus dem Jahr 1971 gab es ein Schachspiel von 1926, das von zwei Spielern aus Australien und Schottland gespielt wurde und das zum damaligen Veröffentlichungszeitpunkt des Buchs noch nicht beendet worden war. Das Spiel wurde mit Weihnachtsgrußkarten ausgetragen, weshalb man davon ausgehen muss, dass pro Jahr nur zwei Züge gemacht wurden. Genaueres zum Spielhergang ist dazu leider nicht überliefert.

Als Vergleich zu den längsten Schachspielen in der Geschichte eine Erinnerung an das kürzeste jemals überlieferte Spiel: Es fand 1959 bei den offenen Meisterschaften in Omaha (USA) statt und endete nach nur drei Zügen mit Mayfield als Sieger und Trinks als Verlierer.