Willkommen im Schach

„Schach ist die komplizierteste Vergeudung menschlicher Intelligenz außerhalb einer Werbeagentur“, so sagte schon Raymond Chandler, US-amerikanischer Schriftsteller, der zwischen 1888 und 1959 lebte. Und beides, Schach und Werbung, hat tatsächlich Ähnlichkeit. Es macht nicht nur Spaß, sondern verlangt neben Kreativität insbesondere das Vermögen, sich in den Gegner, respektive in den Kunden, hineinzudenken und wie auf Knopfdruck den Blickwinkel ändern zu können. Schach ist definitiv spannender und moderner als sein Ruf.

Willkommen auf den Schach-Seiten! Hier erfahren Sie, warum Schachfiguren schwarz und weiß sind, welches das längste Schachspiel in der Geschichte ist sowie andere mehr oder wichtige Fakten aus dem Schachsport. Natürlich darf auch Magnus Carlsen, amtierender Weltmeister aus Norwegen, in der Erwähnung nicht fehlen. Mit einer Elo Zahl von 2882 erreichte er den bislang höchsten Wert in der Geschichte des Schachs, gefolgt von Garri Kasparow aus Russland.

Schach ist ein strategisches Brettspiel, das spätestens seit dem 13. Jahrhundert große Bedeutung auch in Europa erlangte. Ein edler Sport, der unter anderem zu den sieben Tugenden der Ritter zählte. Seit dem späten 20. Jahrhundert müssen sich Schachspieler jedoch damit abfinden, dass die Technik übernommen hat. Schachcomputer und PC-Schachprogramme sind mittlerweile der menschlichen Intelligenz überlegen und gehen in Schachpartien häufig als klare Gewinner hervor.

Das Schönste am Schachsport ist wohl, dass jeder Mensch auf der Erde leichten Zugang dazu haben kann. Nicht nur die Herkunft, die Nationalität und das Vermögen, sondern auch das Alter und die körperliche Fitness spielen in keinster Weise eine Rolle beim Schach. Die verschiedensten Charaktere treffen aufeinander und lassen die Figuren und ihre Züge für sich sprechen. Da Schach die volle Konzentration verlangt, ruht für einen Moment der Alltag, die Sorgen und Nöte verblassen. Nur Stellung von Dame, Türmen und Läufern zählen, es gilt den König zu verteidigen.

Tandemschach, Geisterschach, Räuberschach, Halbschach, Atomschach: den (Ab)Arten sind beim Schach keine Grenzen gesetzt und nur wenige wissen von dieser Vielfalt im Spiel. Auch die Eröffnungen sind facettenreich: italienisch, sizilianisch, französisch, spanisch. Wer sich nicht mit Schach auskennt, sieht nur schwarz-weiß und starrt planlos auf die 64 Felder. Doch die Faszination wächst langsam aber sicher heran, die zweimal 16 Figuren werden zum Leben erweckt und ziehen über das Feld. Wer einmal mit dem Schachvirus infiziert ist, den kann das Spiel ein Leben lang begleiten.

Wie gut und erfolgreich jemand im Schach ist, sieht man einer Person dabei nicht an. Stellen Sie sich folgende illustre Situation vor: Alt und Jung, ein Doktor und ein Schulkind, betreten den Raum. Wem schreibt man die die DWZ (Deutsche Wertungszahl) von 1500 zu? Automatisch wohl eher dem älteren Semester. Doch nein, es ist das neunjährige Kind, das diese hohe Zahl aufbringt. Was für das ganze Leben gilt oder gelten sollte, zeigt sich im Schach von seiner klarsten Seite: Menschen lassen sich nicht in Schubladen stecken. Ein kleiner Körper kann einen großen Geist beherbergen.